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Historie.

Alexander von Humboldt

Alexander von Humboldt



Unsere Gärten stecken voller Überraschungen. Viele Pflanzen, die heute so selbstverständlich unsere Gärten schmücken als wären sie schon immer da gewesen, stammen aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt und wurden schon vor Jahrhunderten importiert. Ihre Geschichte ist verquickt mit Namen wie Alexander von Humboldt, Adelbert von Chamisso, oder Philipp Franz von Siebold. Die Neugierde und das Engagement dieser Wissenschaftler war im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos. Sie begannen Kontinente wie Amerika oder Asien zu erforschen - zu vermessen, zu sammeln und zu katalogisieren. Die Begeisterung der Europäer für die mitgebrachten, völlig unbekannten Pflanzen ist heute nur noch zu erahnen. Botanik kam groß in Mode, Botanische Gärten boomten und viele der neuen Pflanzen fanden schnell Verbreitung in den Gärten.

So verdanken wir dem Japan-Reisenden Philipp Franz von Siebold (Arzt und Pflanzenjäger, 1796 - 1866) viele Pflanzen, die aus unseren Gärten heute nicht mehr wegzudenken sind. Dazu gehören z. B. Gartenhortensien (Hydrangea), Funkien (Hosta), Clematis, Magnolien (Magnolia sieboldii), verschiedene Lilien (Lilium), oder die Japan-Anemonen.

Japan-Anemonen. Herbstanemone.

Anemone japonica us dem Buch Flora japonica

Anemone japonica aus "Flora Japonica" von Siebold (Tafel 5 / Ausschnitt)



Anemone vitifolia

Anemone vitifolia - Weinblättrige Anemone



Anemone hupehensis

Anemone hupehensis



Siebold entdeckte auf seiner Reise durch Japan (von 1823 bis 1829) eine bis dahin unbekannte Anemone. Er hielt sie irrtümlich für eine einheimische Pflanze und beschrieb sie in seinem Buch "Flora Japonica" (Erschienen 1835) unter dem Namen Anemone Japonica. Wenige Jahre später gelangten die ersten Exemplare nach England, Holland und Frankreich. Züchter machten sich daran sie mit einer Wildform, der weiß blühenden Anemone vitifolia (Weinblättrige Anemone), zu kreuzen. Im Laufe der folgenden Jahre entstanden viele Hybride, die auch heute noch in unseren Gärten zu finden sind.

Erst viel später erkannten Botaniker, dass alle heute existierenden Japan-Anemonen mit großer Wahrscheinlichkeit von zwei Wildformen abstammen: der rosa blühenden Anemone hupehensis und der oben genannten Anemone vitifolia. Beide stammen ursprünglich jedoch nicht aus Japan, sondern aus dem Himalaja und dem Zentralen West China.

Und auch die von Siebold beschriebene Anemone ist eine Varietät (var.) der aus China stammenden Anemone hupehensis. Der botanisch korrekte Name dieser von Siebold beschriebenen Anemone ist heute "Anemone hupehensis var. japonica". Landläufig werden sie auch Herbstanemone genannt.

Anemone japonica "Honorine Jobert".

Anemone japonica aus dem Buch Flora japonica

Anemone japonica "Honorine Jobert" - Blüte



Anemone japonica

Anemone japonica "Honorine Jobert" - Blüte



Anemone japonica

Anemone japonica "Honorine Jobert" - Blatt



Anemone japonica

Anemone japonica "Honorine Jobert" - Fruchtstand



Eine der ältesten Hybrid-Sorten ist die Japan-Anemone Anemone japonica "Honorine Jobert". Sie ist vermutlich eine zufällige Mutation. Entstanden ist sie 1858 in der Gärtnerei von Messier Jobert in Verdun-sur-Meuse. Messier Jobert nannte die Anemone nach seiner Tochter und verbreitete sie unter dem Namen "Honorine Jobert".

Nomenklatur.

Familie: Ranunculaceae, Hahnenfußgewächse

Gattung: Anemone

Art: hupehensis var. japonica

Sorte: Honorine Jobert

Deutsche Namen: Herbstanemone, Japan-Anemone

Herkunft: Kulturpflanze

Weitere schöne Sorten der Herbstanemonen.

Bressingham Glow

Königin Charlotte

Pamina

Prinz Heinrich

Rosenschale

Wirbelwind

Kultivierung.

Es hat seine guten Gründe, warum die Herbstanemone "Honorine Jobert" nun seit fast 150 Jahren in unseren Gärten zu finden ist. Denn sie ist eine ausgesprochene Schönheit unter den Garten-Stauden. Und robust, pflegeleicht und langlebig noch dazu.
Ihr Wuchs ist horstartig. Durch kurze Ausläufer werden die Horste mit den Jahren immer größer und können bis zu einem Meter Durchmesser erreichen. Ihre Blütenstiele sind gut einen Meter hoch. Am oberen Ende erscheinen die rein weißen Blüten und haben einen Durchmesser von gut fünf Zentimetern. Sie blüht reichlich vom ausgehenden Sommer bis weit in den Herbst hinein. Im lichten Schatten und Halbschatten und auf humosem, feuchtem Boden gedeiht sie besonders gut. Gerade für den herbstlichen Flor, wenn die Blütenfülle im Garten langsam nachlässt, ist sie von großem gärtnerischen Wert. Kombiniert mit Gehölzen mit buntem Herbstlaub oder auch vor dunkelgrüne Nadelbäume gepflanzt entfaltet sie ihre volle Wirkung. Nach der Blüte entwickeln sich im Spätherbst und beginnenden Winter attraktive, watteähnliche Fruchtstände, die im Gegenlicht cremeweiß leuchten.
Eine mit Kompost angereicherte Mulchschicht, die zu beginn des Winters aufgetragen wird, dankt sie mit kräftigem Austrieb im Frühjahr. Bei Bodentrockenheit sollte sie gegossen werden. Davon abgesehen benötigt die Anemone japonica "Honorine Jobert" keine Pflege und kann Jahrzehnte alt werden.